Frankfurter Literatursalon

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29 / MAI.2017

Buchpräsentation: Mikheil Dchawachischwili, "Das fürstliche Leben des Kwatschi K."

  1. Der glanzvolle Epochen-Roman Das fürstliche Leben des Kwatschi K. (Nora Verlag, 2016) ist 1924 entstanden – drei Jahre nach Georgiens gewaltsamem Anschluss an Sowjetrußland.
  2. Der Anti-Held Kwatschi Kwatschantiradse ist eine der literarischen Lieblingsfiguren der Georgier. Ausgestattet mit unwiderstehlichem südländischem Charme, einem falschen Adelsbrief sowie der Gabe, sich Menschen und Umstände skrupellos nutzbar zu machen, gelingt dem aus der tiefsten Provinz stammenden Frauenheld, gewieften Betrüger, Geschäftemacher, Liebhaber eines verschwenderischen Lebensstils in Sankt Petersburg der Aufstieg zum Vertrauten des obskuren Wunderheilers Rasputin und der Zugang zum Zarenhof. Im Weltkrieg und während der im maroden Rußland aufeinander folgenden Revolutionen wechselt er chamäleonartig Farben, Fronten und Parolen und weiß überall seinen Schnitt zu machen.
  3. Micheil Dshawachischwili (1880 – 1937, ermordet im Zuge der stalinistischen Säuberungen), gilt mit seinen Romanen und Erzählungen als Mitbegründer der modernen georgischen Prosa.
  4. Kristiane Lichtenfeld, seit 1980 freischaffende Literaturübersetzerin, übersetzt aus dem Polnischen, Russischen und Georgischen. Für Ihre Übersetzungen der Georgischen Literatur erhielt sie 1999 den Matschabeli-Übersetzerpreis des Georgischen Schriftstellerverbandes. Für die Übersetzung des Buches „Der Garten der Dariatschangi“ von Otar Tchiladze bekam sie 2015 den Georgischen Nationalen Literaturpreis SABA.
  5. Moderation: Prof. Manana Tandaschwili, Lesung: Kristiane Lichtenfeld.
  6. Veranstaltungsort: Romanfabrik Frankfurt, Hanauer Landstraße 186, 60314 Frankfurt
  7. Beginn: 20.00 Uhr
  8. Eintritt: € 10 / € 5 (erm.)
27 / JUNI.2017

Georgisch-Deutsche Beziehungen: Bertha von Suttner - die unbekannten Jahre in Georgien

  1. Die österreichische Pazifistin, Friedensforscherin und Schriftstellerin Bertha von Suttner, gebürtige Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau, war die erste Frau, die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Für die deutsch-georgischen literarischen Beziehungen sind die Jahre besonders wichtig, die sie in Georgien verbracht hat. Nachdem sie 1876, gegen den Willen seiner Eltern, den Grafen Arthur Gundaccar von Suttner heiratete, zog das Ehepaar für mehr als acht Jahre, von 1876 bis 1885, in den Kaukasus zu Fürstin Ekatarina Dadiani von Mingrelien, wo sie unter schwierigen finanziellen Umständen lebten. Bertha schlug sich als Sprachlehrerin durch, schrieb Unterhaltungsromane und Übersetzungen. Gemeinsam mit ihrem Mann Arthur half sie dem georgischen Schriftsteller Iona Meunargia, das georgische Nationalepos Der Recke im Tigerfell von Schota Rustaweli ins Deutsche zu übersetzen.
  2. Ansonsten ist aus dem Leben Bertha von Suttners aus ihrer Zeit in Georgien nur wenig bekannt. Im Palast der Fürsten Dadiani von Samegelo sowie im Museum von Zugdidi (Georgien) sind allerdings einige Materialien aus dieser Zeit erhalten geblieben. Aus der Perspektive der deutsch-georgischen literarischen Beziehungen bleibt das Ehepaar bis heute von Bedeutung.
  3. Vor Kurzem wurde Arthur von Suttners Buch Die Adjaren, erstmalig erschienen im Jahre 1890 bei der Deutschen Verlags-Anstalt, ins Georgische übersetzt und herausgegeben. Der Abend soll weniger bekannte Details aus dem Leben Berthas und Arthurs von Suttner in Samegrelo ans Licht bringen.
  4. Moderation: Prof. Manana Tandaschwili, Vortrag: Prof. Alexander Kartosia.
  5. Veranstaltungsort: Romanfabrik Frankfurt, Hanauer Landstraße 186, 60314 Frankfurt
  6. Beginn: 20.00 Uhr
  7. Eintritt: € 10 / € 5 (erm.)